Bündnis 90/DIE GRÜNEN Blomberg kritisieren Regionalplan OWL

Pressemitteilung 07.04.2021

Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Blomberg stimmten im Rat gegen die Stellungnahme der Verwaltung zum Regionalplan OWL und haben eine eigene umfangreiche Stellungnahme abgegeben.
Der vorgelegte Entwurf für den Regionalplan OWL entspricht insgesamt nicht den Erfordernissen einer zukunftsorientierten Flächen- und Infrastrukturpolitik, bei der der sparsame Umgang mit Boden und Ressourcen, der Umwelt-, Natur- und Artenschutz sowie der Klimaschutz heute eine zentrale Bedeutung beigemessen werden muss.
Aus diesen Gründen sehen DIE GRÜNEN eine weitere Ausweisung von Siedlungs- und Gewerbegebieten in Blomberg sehr kritisch. Wegen des demographischen Wandels wird sich die Bevölkerung in Blomberg zukünftig verringern. Außerdem droht bereits jetzt die Kernstadt in einen sog. „Donut-Ort“ zu mutieren. Eine Erweiterung der Außengebiete verstärkt diesen Trend.
DIE GRÜNEN lehnen das von der Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme geforderte Gewerbe-/ bzw. Industriegebiet im Bereich Maspe/Freismissen südlich der K 73 ab. Erstmals würde die Ausdehnung bis an einen peripheren Siedlungsbereich ausgedehnt. Die Fläche grenzt zudem eng an bestehende Naturschutzgebiete an und würde die Wiesen- und Bachauen-Landschaft-Diestelbach signifikant einzwängen.
Zudem sprechen sich DIE GRÜNEN gegen die im Regionalplan vorgesehenen geplanten Ortsumgehungen im Blomberger Gebiet aus. Überregionale, große Straßenbauprojekte sind nicht zukunftsweisend, da sie im Grundsatz dazu führen, das Autofahren attraktiver zu machen. Bei großem Flächenverbrauch und Eingriffen in die Natur überwiegen außerdem die Nachteile den praktischen Nutzen solcher Projekte. Dies wird besonders deutlich am Beispiel der im Regionalplan vorgesehenen Ortsumgehung Herrentrup. Der Verkehr wird lediglich umgelenkt und sodann andere Bewohner (u. a. des Neubaugebiets), die zuvor nicht an einer stark befahrenen Straße wohnten, mit deutlich vermehrten Straßenlärm leben müssten.
Außerdem fordern DIE GRÜNEN, dass im Regionalplan OWL als weiteres Ziel, die Verknüpfung von Siedlungsbereichen durch Radwege ergänzt wird, z.B. die Strecke Brüntrup-Cappel-Kleinenmarpe-Dalborn-Donop, Blomberg-Istrup.
Zudem sollten Vorranggebiete für die Nutzung von Windenergie sowie Flächen zur Nutzung anderer regional erzeugter erneuerbarer Energien im Regionalplan OWL festgelegt werden. Mit einer solchen Vorgabe für die kommunale Bauleitplanung würde v.a. die Standortfindung von Windenergieanlagen erleichtert und damit ein regionalplanerischer Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz geleistet werden.

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